Absolutismus und Antike. Der Mythos Antike als Modell der Machtlegitimation

Abendvortrag mit Prof. Dr. Christoph Helm (Wolfenbüttel)

Mi. 21.09.2016, 18.30 Uhr

 

Im Barock ändert sich das Verhältnis zur Antike. Während es in der Renaissance darum ging, der Antike möglichst authentisch nahe zu kommen, die ursprünglichen Texte der Autoren der griechischen und lateinischen Klassik zu rekonstruieren und die emendierten Inhalte der eigenen Lebensplanung und -gestaltung zugrunde zu legen, gerät die Antike im Barock zum Dekor und zur Hülle eigener Herrschaftsansprüche. Es wird zur verbreiteten Mode absolutistischer Fürsten, sich zur Erhöhung der eigenen Person mit antiken Skulpturen und griechisch-römischen Sammlungen zu umgeben, um eine Annäherung an antike Heroen, die homerischen Götter, an Philosophen und an Dichter zu erreichen. Man hat erkannt, dass sich mit dem Rückgriff auf und der Inanspruchnahme der Antike „Staat machen“ lässt und dies in hohem Maße der eigenen Machtlegitimation dienen kann. Diese Veränderung der Auffassung von der Antike soll in dem Vortrag von Prof. Dr. Christoph Helm an Hand des Beispiels von Herzog Anton Ulrich von Braunschweig und Lüneburg erläutert werden.“