Die Altmark im 19. Jahrhundert – Stadtansichten und Herrenhäuser in Lithographien von Friedrich E. Meyerheim und Alexander F. Duncker

Sonderausstellung im Austellungs- und Begegnungszentrum (2. März bis 31. August 2014)

Die Ausstellung präsentiert aus dem eigenen Bestand des Museums qualitativ hochwertige Ansichten von Schlössern der Altmark sowie von Architekturansichten Stendals, allesamt aus dem 19. Jahrhundert. Hergestellt wurden sie in dem damals modernsten Druckverfahren – der Lithographie – und sind Teil zweier bedeutender Ansichtenwerke: Zum einen handelt es sich der um die Grafiksammlung Preußischer Schlösser des Berliner Verlegers Alexander Duncker (1813-1897), zum anderen um die Mappe architektonischer Denkmäler der „Altmark Brandenburg“ des Danziger Malers Friedrich Eduard Meyerheim (1808-1879).

Alexander Duncker gründete 1837 einen Verlag unter eigenem Namen und gab (neben schöngeistiger Literatur z.B. von Theodor Storm) knapp 1000 farbige Ansichten von Schlössern und Herrenhäuser in Preußen heraus. Angereichert waren diese mit erläuternden Texten zur Geschichte der Schlösser und der in ihnen wohnenden Familien. Die Ausstellung konzentriert sich auf die Bauten in der Altmark. Die Lithographien dokumentieren die Vielfalt der preußischen Architektur und Gartenkunst und werfen zugleich ein Licht auf die Lebenswelt des preußischen Adels in der Altmark. Viele dieser Wohnsitze sind heute nicht mehr erhalten oder in einem völlig anderen baulichen Zustand.

Den Kontrapunkt zu den farbigen Graphiken der altmärkischen Landhäuser bilden die brillianten schwarz-weißen Stadtansichten Stendals, die Friedrich Eduard Meyerheim 1833 nach Zeichnungen von Johann Heinrich Strack angefertigt hat. Meyerheim und Strack durchstreiften gemeinsam die Altmark respektive die Mark Brandenburg und fertigten zahlreiche Architekturzeichnungen, insbesondere von Kirchen und Backsteinbauten, an. Das Ergebnis war um ein mehrbändiges Mappenwerk mit – Duncker vergleichbar – Einführungen und Erklärungen zu den Bildern.

Duncker wie Meyerheim gelang es, mit ihren Werken Historisches und Künstlerisches miteinander zu verbinden. Ihre exakten Abbildungen markieren den Beginn denkmalpflegerischer Dokumentation, zugleich aber stehen sie in der ästhetischen Tradition der Veduten-Kunst. Seien Sie eingeladen, Bekanntes und Vertrautes wiederzuentdecken, aber auch Verlorenes und Verlassenes vor Augen geführt zu bekommen.