Strichmännchen – wieso ist das Kunst? Zum Keramikei im Winckelmann-Museum, bemalt von A. R. Penck

Kunst und Kaffee zur Ausstellung „Kunstvolle Eier ‒ Kunsteier ‒ Künstlereier“

Mit Dr. Kathrin Schade und Dr. Eva Hofstetter

Das absolute Highlight der aktuellen Ausstellung zu Künstler-Eiern im Winckelmann-Museum ist das fast 80 cm große Ei aus Droysenkeramik. Bemalt hat es kein geringerer als der europaweit bekannte Künstler A.R. Penck, der heute in Dublin lebt. Allein seine Biographie steht symptomatisch für unserer jüngere Vergangenheit: Als kompromissloser Künstler durfte der gebürtige Dresdner in der DDR nicht studieren, arbeitete als Heizer, Nachtwächter und Briefträger, bis schließlich seine Werke von der Stasi beschlagnahmt und er 1980 ausgebürgert wurde. Im Westen machte er sich bald als „junger Wilder“ einen Namen, nahm an mehreren documenta-Ausstellungen in Kassel teil und wurde schließlich Malerei-Professor in Düsseldorf. Auch seine Kunst ist mehr als nur Spinnerei: Mit seinen Strichmännchen schafft er einfache, archaische Bildzeichen, die jeder versteht und die zugleich menschliche Grunderfahrungen und Urtriebe zum Ausdruck bringen. Am Dienstag, dem 19. April um 17 Uhr begleiten Sie Dr. Kathrin Schade und Dr. Eva Hofstetter durch die Veranstaltung. Wir beginnen mit einer gemeinsamen Betrachtung des Eies in der Ausstellung, anschließend gibt es bei Kaffeegenuss einen Vortrag über den Künstler (natürlich mit Bildern).