Fremde Welten in Farbe– Die Münchner Bilderbogen (1849–1898)

vom 15. März bis 27. September 2015 im Ausstellungs- und Begegnungszentrum

Bilderbogen entstanden in einer Zeit, in der die Mehrheit der Bevölkerung kaum lesen oder schreiben konnte, es weder Zeitungen noch illustrierte Zeitschriften gab. Sie stellten fast fünfhundert Jahre lang gleichermaßen Kunstbild wie Schriftersatz für die des Lesens Unkundigen dar. Bilderbogen dienten ebenso der Erbauung, Unterhaltung oder Nachrichtenübermittlung, wie sie als Mittel erzieherischer, politischer oder weltanschaulicher Beeinflussung auftraten.

Höhepunkt und zugleich Ende dieses Bereiches der volkstümlichen Grafik und sehr beliebten, wichtigen Mediums vergangener Jahrhunderte waren die „Neuruppiner“ und „Münchner Bilderbogen“. Sie waren die populärsten, beliebtesten und erfolgreichsten Bilderbogen in Deutschland.

Besonders die in der Ausstellung präsentierten „Münchner Bilderbogen“ wandten sich vorrangig an die Jugend. In den Jahren 1848 bis 1898 erschienen insgesamt 1056 Nummern. Zahlreiche berühmte Künstler verhalfen dem „Münchner Bilderbogen“ zum Erfolg: unter ihnen Wilhelm Busch, Franz Graf Pocci und Otto Speckter. Dem hohen künstlerischem Niveau entsprach ein vielseitiger Inhalt: Märchen, Sagen, Fabeln und Legenden wurden bildlich dargestellt und mit kurzen, gereimten Texten versehen. Dazu zählten aber auch Darstellungen fremder Völker, wilder Tiere und Ansichten von Städten und Ländern, wie sie in der Ausstellung „Fremde Welten“ präsentiert werden.