Heilige Haine – Mythische Tonfiguren Südindiens

24.05.2017 - 18:30 Uhr

Vortrag von Dr. Stephan Gottet (Bremgarten, Schweiz)

Auf die farbenfrohen Terrakotten, die bis fünf Meter Höhe erreichen können, trifft man, wenn überhaupt, rein zufällig in abgelegenen Wäldchen (Hainen). Sogar den meisten Indern sind diese Kunstwerke unbekannt. Die Figuren werden von den sogenannten Dravidas, Angehörigen eines nichtindoarischen Volkes, quasi als Parallelreligion zu anderen indischen Glaubensbekenntnissen seit Urzeiten hergestellt und abseits von Städten verehrt. Wenn auch gewisse Ähnlichkeiten mit dem Hinduismus und dessen Brahmanismus nicht zu leugnen sind, so haben diese „Ureinwohner“ sich einen eigenen Olymp für ihre Götter erschaffen. Vieles bleibt geheimnisvoll. Da die Verstädterung auch in Indien überhandnimmt, sind diese Kultstätten äusserst bedroht.

Darum beeilt sich unser Gastreferent, der Schweizer Buchautor Dr. Stephan Gottet, sie vor ihrem Verschwinden zu dokumentieren oder besser, ihren Verlust zu verhindern. Mit seiner Begeisterung möchte er die Anwesenden anstecken. Wie würde ein Archäologe aus der Zeit Winckelmanns diese Haine beurteilen? Wie der heutige Zeitgenosse? Augenzwinkernd wird sich Stephan Gottet bemühen, den Zauber dieser Heiligen Haine am Leben zu erhalten.