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"Lieber will ich sterben, als an der Seite dieses Mannes leben." (Sophia 1869) - Heinrich Schliemann und die Frauen

17.10.2018 - 15:00 Uhr

Vortrag von Dr. Reinhard Witte (Waren-Müritz, ehem. Direktor des Schliemann-Museums Ankershagen, im Ruhestand) im Rahmen der "Stendaler Hochschulvorträge" am Mittwoch, dem 17.10.2018 um 15 Uhr an der Hochschule Magdeburg-Stendal (Stendal, Osterburger Straße 35) im Haus 3, Raum 0.05.

Heinrich Schliemann (1822-1890) war zweimal verheiratet: von 1852 bis zur Scheidung im Jahre 1869 mit der Russin Jekaterina Lyshina (1826-1896) und von 1869 bis zu seinem Tode mit der Griechin Sophia Engastromenos (1852-1932). Doch spielten in seinem Leben nicht nur die beiden Ehefrauen, von unterschiedlichstem Temperament und Alter, eine besondere Rolle. Ein „weiblicher Genius“ war für ihn seine Jugendfreundin Minna Meincke (1821-1910), mit der er gemeinsam - nach seinen Worten jedenfalls - Troja ausgraben wollte. Seine Schilderungen über diese Jugendliebe in seiner Selbstbiographie von 1881 versetzten Minna und ihr familiäres Umfeld in größte Aufregung. Darüber hinaus machte er noch anderen Frauen seine Avancen, wie beispielsweise seiner Kalkhorster Cousine Sophie oder einer „hübschen und sehr klugen Russin“ Sophie Hecker, die sich aber mehr für einen stattlichen Offizier als für den etwas zu klein geratenen reichen Kaufmann entschied. Überhaupt konnte der, von der Natur aus nicht mit reichlich körperlichen Vorzügen ausgestattete, berühmte Mann seine sexuellen Phantasien nur in Träumen verwirklichen, die Schliemann seinen Sprachlernheften anvertraute. – Schliemanns Frauenbild muss auch hinsichtlich seiner Sohnesliebe zur Mutter (ihr Grab ist heute noch in Ankershagen zu sehen!) und der Äußerungen seines Vaters über das andere Geschlecht gesehen werden.