Programm zur Sonderausstellung: Edle Steine – feine Reliefs: Kameen, Kleinkunst, Wedgwood-Keramik

Themenführung zur Ausstellung „Kostbare Miniaturen. Kunst des Steinschneidens in acht Jahrtausenden. Aus der Sammlung Werner Daum“, mit Dr. Kathrin Schade

In unserer aktuellen Sonderausstellung präsentieren wir erlesene Werke der Steinschneidekunst – u.a. hochwertige Gemmen, Kameen und Siegel. Gesammelt hatte diese der Berliner Diplomat, Jurist und ausgewiesene Kunstkenner Dr. Werner Daum, der im Juli 2025 plötzlich verstarb. Seinen Nachlass hatte er der Winckelmann-Gesellschaft übereignet.

Dr. Kathrin Schade nimmt in der Themenführung speziell die kunsthistorischen, also die nicht-antiken Kostbarkeiten in den Blick. Zu sehen gibt es Gemmen mit feinsten in die Tiefe geschnittenen Miniaturbildern. Sie zeigen einen reichen Motivschatz mit Darstellung u.a. von Göttern, Herrschern, Helden. Berühmte Steinschneider sind bekannt, so Giovanni Carandrelli oder Giovanni Pichler, denen später nicht selten der Vorwurf des Fälschens nachgesagt wurde. Die Ausstellung zeigt z.B. einen von Pichler signierten Karneol mit Darstellung der berühmten Statue der Hercules Farnese.

Auch die zahlreichen herausragenden Kameen aus dem 17. bis 20. Jahrhundert, gefertigt aus Edel- und Halbedelsteinen, Elfenbein oder Permut, faszinieren durch ihren Bildreichtum und ihre filigrane Technik. Neben der antiken Mythologie waren Profilporträts in Mode, seltener hingegen sind biblische Motive. Selbst in der Keramik nahm der Klassizismus die Ästhetik antiker Kameen auf: In England entwickelte Josiah Wedgwood mit der sog. Jasperware einen neuen Keramikstil, bei der meist blaues Hartgestein mit weißem Bilddekor verziert wurde. Und sogar Künstler der Moderne schufen Werke in Kameenform, so der französische Kubist und Picasso-Vertraute Georges Braque.

Datum/Zeit
Datum - 04/03/2026
15:30 - 16:30