Themenführung zur Ausstellung „Kostbare Miniaturen. Kunst des Steinschneidens in acht Jahrtausenden. Aus der Sammlung Werner Daum“, Dr. Stephanie-Gerrit Bruer
Zur Dokumentation der frühen Buchführung waren vom 6.-4. Jt.v.Chr. vor allem versiegelte Tonbullen [Tonkugeln, die Zählmarken enthielten] im Gebrauch. Der natürlich vorkommende Ton im Schwemmland Mesopotamiens bot das geeignete Material um buchhalterisch Abgaben und Eingänge zu verzeichnen. Als Schreibgeräte wurden seit dem ausgehenden 4. Jt.v.Chr. Griffel aus Rohr benutzt, die in die noch weichen Tontafeln gedrückt wurden. Je nach Haltung des Griffels konnten runde oder halbrunde Zeichen [Zahlen] erzeugt werden, die mit eingeritzten Piktogrammen kombiniert wurden. Bald wurde die Schreibtechnik verfeinert. Die Griffel wurden nun keilförmig aus der Rinde des Rohrs geschnitten. Die einzelnen Zeichen wurden aus der Kombination verschiedener Keile gebildet, woraus sich die Bezeichnung Keilschrift ableitet. Entwickelt wurde das Beschriftungssystem für Wirtschafts- und Buchhaltungstexte. Aufgezeichnet wurden neben der Buchhaltung vor allem Verträge und Vereinbarungen, aber auch religiöse und literarische Texte, wie z.B. das berühmte Gilgamesch-Epos.
Die Keilschrifttafeln aus der Sammlung Werner Daum in der Ausstellung „Kostbare Miniaturen …“ geben interessante Einblicke in die Kulturen Vorderasiens.
Datum/Zeit
Datum - 12/04/2026
15:00 - 16:00