Das neue Leben des Pergamonaltars

im Winckelmann-Park und den Räumen des Museums. Eine Ausstellung in Kooperation mit dem Museum für Abgüsse Klassischer Bildwerke München

Der Große Fries des Pergamon Altars ist… Ja, was ist er? Verstehen wir Menschen des 21. Jahrhunderts womit wir es zu tun haben? Warum gehört er zum großes Weltkulturerbe? Als im 19. Jahrhundert der Ingenieur Carl Human bei Grabungen zufällig auf die Überreste des legendären Pergamonaltars traf, öffnete sich ein gigantischer Vorhang und ließ eine neue geheimnisvolle, spirituelle Welt unserer Vorfahren erahnen. Als deutsche Gelehrte damit begonnen haben, die Fragmente dieses grandiosen Werkes, in einer Gesamtlänge von 113 Metern zusammen zu fügen, blieben viele leere Flächen übrig. Was dort dargestellt war, konnte man nur vermuten.

„Das ist in Stein gehauene Pantomime“ – ein gigantisches Theaterspiel. So sieht der russische Künstler Andrey Alexander das Monument. Der Künstler hat die fehlenden Friesteile mit fotokünstlerischen Mitteln ergänzt, die bisher leeren Flächen mit Leben und Bewegung gefüllt. Sportler, Tänzer, Schauspieler, antike Skulpturen – sie alle dienten als Mosaiksteinchen, um einer einzigen Vision zu folgen: sich dem ursprünglich vollkommenen Zustand des Altars für das 21. Jahrhundert wieder anzunähern. Götter und Giganten bekamen plötzlich Gesichter, Hände, Schlangenleiber und Flügel. Sah er so aus der große Fries in Pergamon? Wahrscheinlich 40 Bildhauer haben einst das Monumentalwerk erschaffen. Was die Zeit zerstörte, fügte der Künstler und Pantomime wieder ein. Er besuchte Pergamon, dann sah der den Fries in Berlin und er fing an zu zeichnen. „Ich dachte damals, dass ich ein Wunder gefunden habe, ein Wunder, das nun mein Beruf geworden ist, denn der Altar ist auch eine Art Pantomime, er ist in Stein geformte Pantomime, das will ich rekonstruieren, dachte ich.“

Es begann ein gigantisches Puzzle. Alexander fotografierte sich selbst, in Moskau stellten Tänzer, Sportler und Schauspieler seine Posen nach. Tausende Fotos entstanden, die er wie Mosaiksteinchen zusammenfügte. Zusammen mit der deutschen Projektleiterin Angelika Gebhard machte er sich auf die Suche nach den Details: Köpfe, Kleider, Helme, Tierleiber, Posen. Fünf Jahre lang. Forscher aus dem Pergamon Museum, der Eremitage, der Winckelmann-Gesellschaft in Stendal oder aus dem Prado berieten den Künstler. Andrey Alexander versetzte sich in die Figuren des Frieses hinein, erfühlte sie und stellte Fragen.

Datum/Zeit
Datum - 24/07/2021 - 24/10/2021
Ganztägig