Marguerite Blume-Cárdenas und Barbara Müller-Kageler: Skulptur und Malerei

Paragone – so nannte man in der Renaissance den Vergleich der Malerei mit der Skulptur. Und schon in der Antike betrachtete man die verschiedenen Künste mit vergleichendem Blick. Bei den beiden Berliner Künstlerinnen Marguerite Blume-Cárdenas und Barbara Müller-Kageler stehen die Werke – anders als damals – keineswegs in einem Wettbewerb gegenüber, vielmehr korrespondieren sie miteinander, die künstlerischen Mittel der anderen Gattung jeweils respektierend. Das Zusammenspiel von Gemälden und Skulpturen eröffnet dem Betrachter hierbei neue Seherlebnisse.

Beide Künstlerinnen kennen sich schon lange. Die Malerin Barbara Müller-Kageler studierte 1963 bis 1966 Malerei an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. Ab 1982 lehrte sie dort, ab 1993 bis zu ihrer Emeritierung 2003 als Professorin. Ihre Ölgemälde zeigen Figuren und Landschaften in fein abgestufter Abstraktion und in erdigen, dezent nuancierten Farben. Das Meer mit Menschengruppen und Strandszenen sind ihre bevorzugten Themen. Aber auch Reiseeindrücke fließen in ihr Schaffen ein, so zum Beispiel die Grabungsstätten auf Zypern, die in der Ausstellung im Winckelmann-Museum den Bogen zur Antikenthematik spannen.

Die Bildhauerin Marguerite Blume-Cárdenas absolvierte eine Steinmetzlehre und studierte von 1964 bis 1969 an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden Bildhauerei. Ihre Skulpturen, zumeist aus Sandstein, sind in beeindruckender Weise auf das elementar-Notwenige verdichtet. Die Ausstellung präsentiert absichtsvoll ihr großes Repertoire an Figuren der antiken Mythologie, darunter Venus, Prometheus oder Marsyas. Der antike Mythos zählt zu ihren zentralen Motiven, neben biblischen Gestalten, freier menschlicher Figuration und – erschreckenderweise plötzlich wieder sehr aktuell – dem Thema Krieg.

 

Datum/Zeit
Datum - 24/04/2022 - 03/07/2022
Ganztägig