Von September 1758 bis April 1759 weilte Winckelmann in Florenz. Dort hatte der Antiquar und Diplomat Baron Philipp von Stosch (1691–1757) vor seinem Tod verfügt, Winckelmann zu beauftragen, seine berühmte Sammlung antiker Gemmen zu veröffentlichen. Gemmen sind Schmucksteine aus Edelstein oder Halbedelstein mit negativ eingeschnittenen Miniaturbildern. Sie entstanden in den verschiedensten Kulturen des Altertums – Ägypter, Perser, Etrusker, Griechen und Römer – das ganze Spektrum antiker Darstellungen zum Thema: Götter, Helden, alte Geschichte, antike Alltagswelt, selbst Erotik oder Magie. Der Baron von Stosch besaß die stattliche Anzahl von 3.444 solcher Gemmen, die Winckelmann untersuchte und in einem Katalog in französischer Sprache publizierte. Der Katalog war sein erstes umfangreicheres archäologisches Werk. Hier finden sich seine ersten Versuche, die Nationalstile der antiken Völker zu bestimmen und einige Ansätze der Stilentwicklung ihrer bildenden Kunst zu formulieren.

Museumsdirektorin Dr. Stephanie-Gerrit Bruer gibt ihnen am Sonntag, dem 28.07.2019, um 15.00 Uhr in der Winckelmann-Ausstellung des Winckelmann-Museums Stendal tiefgründige Einblicke in diesen faszinierenden Mikrokosmos. Mit multimedialer Unterstützung können Sie zudem der Vielfalt der Gemmen-Thematik selbst nachspüren.

Datum/Zeit
Datum - 28/07/2019
13:00