Vor 260 erschienen Winckelmanns „Anmerkungen über die Baukunst der Alten“, in denen er im Vorbericht seine Beobachtungen an den Tempeln von Paestum darlegt. Dies war für uns Anlass, in Kooperation mit dem Deutschen Archäologischen Institut Rom die letzten Ergebnisse der jahrzehntelangen Forschungen von Prof. Dr. Dieter Mertens, dem exzellenten Kenner der Tempel von Paestum, in den Mittelpunkt einer Veranstaltung in Rom mit anschließender Exkursion nach Paestum zu stellen,

Das Vortragsprogramm am 6. Oktober 2022 zum Thema „Winckelmann ed i templi di Paestum /
Winckelmann und die Tempel von Paestum“ finden Sie hier:

Programm-2022-10-06_Locandina

 

Besichtigungsprogramm:

6. Oktober 2022

Besichtigung der Domus Aurea
unter Führung von Dr. Ing. Heinz-Juergen Beste (DAI Rom)

Die Domus Aurea, der prunkvolle Palast des römischen Kaisers Nero, wurde nach umfangreichen Restaurierungsarbeiten, verzögert durch die Pandemie, erst Ende Juni 2021 wiedereröffnet. Die exakte Ausdehnung des Gebäudekomplexes sowie die Gestalt seines Grundrisses sind bis heute im Einzelnen nicht bekannt. Die neueren Untersuchungen belegen in vielen Details, dass weitaus mehr ältere Gebäude in die neue Anlage einbezogen sind als bisher angenommen.
Zusammen mit anderen Wissenschaftlern gelang es Dr. Heinz-Jürgen Beste, die Funktionalität der unterirdischen Aufzüge im Kolosseum nachzuweisen, das unter Kaiser Vespasian und seinem Sohn Titus auf dem Gelände der Domus Aurea errichtet wurde.

Augustus-Mausoleum
Das Mausoleum, das 80 Jahre geschlossen war, abgesehen von einer kurzzeitigen Öffnung im Jahr 2000, konnte dank der 2007 begonnenen archäologischen Untersuchungen und Restaurierungsarbeiten im März 2021 wieder für die Öffentlichkeit geöffnet werden.

 

7. Oktober 2022

Besuch des Grabmals der Cecilia Metella (Via Appia Antica, 161)
unter Führung von Dr. Thomas Fröhlich (DAI Rom)

Seit einigen Jahren ist auch das am 3. Meilenstein der Via Appia Antica gelegene Mausoleum der Cecilia Metella wieder zugänglich. Dieses zwischen 30 und 10 v. Chr. errichtete Grabmonument wurde aufgrund seiner strategisch günstigen Lage im Mittelalter in eine Befestigungsanlage integriert. Die zinnenbewehrte Bekrönung des Baus stammt aus dem 13. Jh., als das Grabmal in das sog. Castrum Caetani integriert wurde. Der Wohnteil der Festung mit seinen typischen Zinnenmauern und schönen Fenstern beherbergt heute das „Museum der Via Appia“, eine Sammlung von Statuen, Sarkophagen, Inschriften und Reliefs, die von der Via Appia Antica stammen und mit den reichen Grabmälern in Verbindung stehen, die einst dort standen.

Spaziergang auf der Via Appia zur Quintilier Villa.
unter Führung von Dr. Thomas Fröhlich

Die Villa am 5. Meilenstein der drei Quintilier-Brüder Sextus Quintilius, Valerius Maximus und Sextus Quintilius Condianus war einst der größte Wohnkomplex in den antiken Vorstädten Roms. Die gut erhaltenen archäologischen und architektonischen Überreste der Via Appia, die über die gesamte Strecke verteilt sind, stellen ein kulturelles Erbe von außergewöhnlicher Bedeutung dar.

8. Oktober 2022

Exkursion nach Cori mit Besichtigung des sog. Herkules-Tempels und
des Dioskuren-Tempels unter Führung von Dr. Thomas Fröhlich.

Winckelmann zog den aus dem 1. Jh.v.Chr. stammenden Podiumstempel auf der antiken Akropolis in seinen „Anmerkungen über die Baukunst der Alten“ als Beispiel für die römisch-dorische Ordnung heran. Dabei betrachtete er das Verhältnis des Säulendurchmessers zur Säulenhöhe. Der Dioskuren-Tempel, gleichfalls aus dem 1. Jh.v.Chr., stand auf dem Forum von dem ebenfalls Reste erhalten sind. Die in der ersten Hälfte des 12. Jh. erbaute romanische Kirche Santa Oliva wurde über einem weiteren römischen Tempel errichtet. Reste einer polygonalen Stadtmauer aus dem 4.-3. Jh.v.Chr. haben sich erhalten.

Besuch des Archäologischen Parks von Norba
in Begleitung von Dr. Thomas Fröhlich.

Nur wenige km entfernt liegt die antike Stadt Norba, eine der besterhaltenen vorrömischen Stadtanlagen. 2011 begannen hier umfangreicheGrabungen, bei denen Straßenzüge großflächig freigelegt werden. Mehrere Tempel konnten nachgewiesen werden. Sehr gut erhalten ist die 2,2 km lange Stadtmauer mit drei Stadttoren aus dem 4. Jh.v.Chr. Die Funde werden in dem Museum präsentiert.
Weiterfahrt nach Paestum / Übernachtung in Paestum

 

9. Oktober 2022

Besichtigung der Tempel von Paestum und Besuch des Museums

In Paestum stand Winckelmann das erste und einzige Mal originalen griechischen Tempeln gegenüber. Seine geplanten Reisen nach Sizilien oder Griechenland kamen nicht zustande. Seine Untersuchungen der Tempel von Paestum gaben für die Erforschung der griechischen Baukunst wichtige Impulse. In jahrzehntelanger Forschung hat Prof. Dr. Dieter Mertens sich mit den Tempeln von Paestum beschäftigt und viele interessante Erkenntnisse gewonnen, die er in dem Eingangsvortrag zusammengefasst hat.
Besuchen werden wir auch das Museum in Paestum

Rückreise am 9. (abends) oder am 10. Oktober

Alle Interessenten melden sich bitte bis zum 24. Juli in unserem Sekretariat.

Datum/Zeit
Datum - 09/10/2022
Ganztägig