Eine Kooperation mit der Morgenstern-Gesellschaft und der Galerie 47 Birkenwerder anlässlich des Christian-Morgenstern-Jubiläums.

Es begrüßt Sie Prof. Dr. Max Kunze (Präsident der Winckelmann-Gesellschaft). Anschließend spricht Heinz-Jürgen Raßbach (Vorsitzender der Christian Morgenstern Gesellschaft, Werder) über „Christians Morgenstern und seine Galgenlieder“. Dr. Kathrin Schade gibt eine kurze Einführung zu Wilhelm Höpfners Morgenstern-Illustrationen.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

 

Der Magdeburger Künstler Wilhelm Höpfner (1899–1968), dessen Nachlass das Museum besitzt, hinterließ in den fünf Jahrzehnten seines Wirkens ein enormes Werk an Druckgraphik. Seine Bilderwelt ist zauberhaft und phantasievoll, durchdrungen von Ironie und hintergründigem Humor, teils grotesk, teils surreal, doch bei aller Heiterkeit niemals weltfremd oder banal. Unter den Nazis wurden einige seiner Werke als „entartet“ stigmatisiert, als Soldat im Zweiten Weltkrieg kam er in russische Kriegsgefangenschaft. Doch niemals verließen den Künstler Humor, Ideenreichtum und Experimentierfreude.

Die Gedichte von Christian Morgenstern (1871–1914) inspirierten Höpfner auf besondere Weise. Es war das Zusammenspiel von liebenswürdiger Komik und scharfsinnigem Tiefgang, worin der Zeichner im Dichter seinen geistigen Bruder gefunden hat. Morgensterns „Galgenlieder“ wurden um 1895 im Freundeskreis des Dichters, dem „Bund der Galgenbrüder“, am Galgenberg in Werder an der Havel rezitiert. In Kneipen zelebrierten sie die skurrilen Verse zusammen mit ironisch-schaurigen Ritualen, bald auch im Kabarett in Berlin. 1905 erschienen die Gedichte in Buchform und begründeten Morgensterns literarischen Ruhm.

Die kleine Ausstellung im Winckelmann-Museum zeigt Radierungen des Künstlers in Gegenüberstellung mit den Versen aus Morgensterns „Galgenliedern“, darunter Highlights wie das „Nasobem“, das „ästhetische Wiesel“ oder den „Werwolf“. Höpfners Freude am bildlichen Fabulieren verbündet sich mit dem Sprachwitz in Morgensterns humoristischer Lyrik auf wunderbare Weise. Für Wilhelm Höpfner war es „das befreiende Lachen“.

 

Datum/Zeit
Datum - 18/12/2021
15:00 - 16:30