Vorlesung von Prof. Dr. Norbert Rosenwick (Stendal) im Rahmen der Stendaler Hochschulvorträge am Mi. 15. 02.2023, 17.00 Uhr im Vortragsraum des Winckelmann-Museums.

Der Vortrag untersucht, wie ein Urteil über die Schönheit eines Menschen, eines Tieres, einer Landschaft, einer Blume, eines Gedankens, von Wünschen, Vorstellungen, Träumen und vielem anderen zustandekommt und welche Bedingungen dafür gegeben sind.

Im Einzelnen:

Thomas Manns Vorliebe für Tadzio in Venedig und den biblischen Joseph, „dem Schönsten unter den Menschenkindern“ – Nicht nur japanische Touristen finden Schloß Schwanstein schön.- Das Wiesenschaumkraut einerseits und das Schönheitsurteil als Werturteil andererseits – Das Bedürfnis nach Schönheit als elementarer Teil unserer menschlichen Kultur und Zivilisation: was uns das uralte Gilgamesch-Epos darüber sagt – höchstpersönliche und allgemeine Wertungsgründe – Grimms Hausmärchen und andere Influencer – Die Angemessenheit von Versmaßen nach Aristoteles, der Goldene Schnitt, das Kindchenschema, Lange Beine, volle Lippen und andere Maßstäbe für das Schönheitsurteil – Die Sehnsucht nach der Jugendzeit und der enorme Einfluß von Gefühlen – Das Bild von der glücklichen Familie und von der Schönheit der Jungfrau Maria – Bollenhut, Kuckucksuhr, Lederhose, Dirndlkleid und Heidelberg: Stereotypen der Schönheit einer Landschaft – Lange bevor wir es selber wissen, steht unsere Bewertung schon fest: der komplexe Entstehungsprozess des Schönheitsurteils – Und zum Schluss: Welcher der vier Kühe „steht das Band zu Halse schön“?: eine Entscheidung der Zuhörer.

 

 

 

Datum/Zeit
Datum - 15/02/2023
17:00 - 18:00